Studie
Studie zeigt: 86 % der Entscheider wählen ihre Favoriten, bevor sie suchen
Studien zeigen, dass Entscheider vor allem bekannte und vertrauenswürdige Marken in ihre Shortlist aufnehmen. Unternehmen, die ihre Präsenz frühzeitig aufbauen, Peer-Kommunikation fördern und ihre Expertise sichtbar machen, erhöhen ihre Chancen auf Geschäftsabschlüsse erheblich und reduzieren gleichzeitig Risiken in der Entscheidungsfindung.
Autor: Alexander Zitzmann
Die Ergebnisse des „2024 B2B Buying Disconnect Report“ verdeutlichen, wie stark frühe Markenwahrnehmung die Kaufentscheidung beeinflusst – besonders im industriellen B2B-Bereich.
86 % der Enterprise-Käufer kennen ihre bevorzugten Anbieter bereits, bevor sie aktiv recherchieren (TrustRadius, 2024).
71 % der Käufer entscheiden sich für den Anbieter, der auf ihrer Shortlist an erster Stelle steht (TrustRadius, 2024).
63 % der Shortlists enthalten nur zwei bis drei Anbieter (Pavilion, 2024).
87 % der Kaufentscheidungen fallen innerhalb von sechs Monaten (TrustRadius, 2024).
Unternehmen investieren im Schnitt nur 38 % ihres Marketings in Markenaufbau, während 53 % für kurzfristige Verkaufsmaßnahmen verwendet werden (PR Newswire, 2024).
Peer-Gespräche sind entscheidend: 56 % der Käufer (bei Enterprise sogar 71 %) tauschen sich vor der Entscheidung mit anderen Nutzern aus (TrustRadius, 2024).
Die Botschaft ist klar: Wer erst dann sichtbar wird, wenn ein Bedarf offiziell wird, ist oft schon zu spät.
Bedeutung für die Industrie‑Vermarktung
Die Konsequenz ist eindeutig: Industrieunternehmen müssen ihre Zielkunden frühzeitig erreichen, bevor diese überhaupt aktiv recherchieren.
Entscheider bilden sich ihre Präferenz oft lange vor der Ausschreibung – klassische Kampagnen, die nur auf konkrete Nachfrage reagieren, verpassen diesen Moment.
Eine erkennbare und vertrauenswürdige Marke wird zum entscheidenden Differenzierungsfaktor.
Peer-Empfehlungen und Erfahrungsberichte gewinnen an Gewicht: Industrieentscheider orientieren sich stark an Kollegen, Partnern oder Kunden, bevor sie kaufen.
LinkedIn als strategischer Hebel
LinkedIn ist längst mehr als ein Kanal für Content. Es bietet die Möglichkeit, gezielt früh im Entscheidungsprozess präsent zu sein.
Die Plattform liefert präzise Daten zu Branchen, Funktionen, Hierarchieebenen und Interessen – entscheidend, um den Markt systematisch zu analysieren.
Fachartikel, Fallstudien oder technische Whitepaper auf LinkedIn schaffen Vertrauen und Positionierung, noch bevor ein akuter Bedarf entsteht.
LinkedIn ermöglicht die Aktivierung passiver Entscheider über gezielte, persönliche Ansprache – ohne aufdringlich zu wirken.
Die Plattform fungiert als „soziales CRM“: Marketing- und Vertriebsaktivitäten lassen sich direkt aufeinander abstimmen und mit weiteren Kanälen wie Website oder E-Mail kombinieren.
Umsetzung: Praktische Empfehlungen
Für Marketingverantwortliche und Geschäftsführer in Industrieunternehmen bedeutet das: LinkedIn muss strategisch eingesetzt werden, um „Zickern“ wirkungsvoll zu operationalisieren.
Profil- und Markenpflege
Klare Positionierung des Unternehmens und der Führungskräfte.
Regelmäßige Veröffentlichungen von Fachbeiträgen, Innovationsberichten oder Fallstudien.
Nutzung von LinkedIn-Analytics, um Reichweite, Interaktionen und Zielgruppen zu steuern.
Gezielte Ansprache
Definition des idealen Kundenprofils (ICP) auf Basis der LinkedIn-Daten.
Persönliche Kontaktaufnahme mit Entscheidern: Nachrichten und Verbindungsanfragen mit klarem Mehrwert.
Kombination von Outreach und Content, um Vertrauen aufzubauen, bevor es zu Verkaufsgesprächen kommt.
Community und Expertennetzwerke
Teilnahme an relevanten Panel-Talks, Roundtables oder Branchenevents.
Eigene Formate wie Webinare, Podcasts oder Fachgespräche mit Kunden.
Förderung von Peer-Inhalten: Kundenreferenzen, Erfahrungsberichte, Mitarbeitenden-Beiträge.
Integration von Marketing und Vertrieb
LinkedIn als operative Plattform für Lead- und Kontaktmanagement nutzen.
Synchronisation mit CRM- oder Marketing-Systemen für bessere Steuerung.
Gemeinsame KPIs für Marketing und Vertrieb: Sichtbarkeit, Engagement, Pipeline, Abschlussraten.
Synergien zwischen Marke und Vertrieb
Marke und Vertrieb sind keine getrennten Aufgaben, sondern müssen gemeinsam auf LinkedIn wirken, um Entscheider frühzeitig zu erreichen.
Frühe Sichtbarkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, auf die Shortlist zu gelangen.
Vertriebsmitarbeiter können auf LinkedIn erstellte Inhalte verweisen und so Gespräche glaubwürdig einleiten.
Peer-Kommunikation und Erfahrungsberichte wirken besonders stark in der Industrie, da technische Entscheider sich häufig an Gleichgesinnten orientieren.
Kontinuierliche Präsenz reduziert Entscheidungsrisiken: Je vertrauter die Marke, desto leichter fällt die Wahl für den Anbieter.
Fazit & Handlungsempfehlung
Die Studie von TrustRadius & Pavilion macht deutlich: Industrieunternehmen müssen die frühen Phasen des Kaufprozesses aktiv bespielen.
LinkedIn bietet die Möglichkeit, früh im Kopf der Zielkunden präsent zu sein.
Kombination aus Markenaufbau und persönlichem Dialog schafft Vertrauen und Sichtbarkeit.
Plattformen wie LinkedIn sollten als integraler Bestandteil der Marktstrategie genutzt werden, nicht nur als Kommunikationskanal.
Peer-Gespräche und Erfahrungsberichte sind entscheidend, um die Marke als verlässlichen Partner zu positionieren.
Wer LinkedIn strategisch als Kernbestandteil der Marktbearbeitung versteht, erreicht die Entscheider bevor diese überhaupt ihre Shortlist bilden.
Weitere Strategien, Cases & Insights
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